Skip to content
Palácio da Pena

Sintra · −10%

Palácio da Pena

©

Der Palácio da Pena, rot und gelb in den Hügeln über Sintra, ist der Höhepunkt der portugiesischen Romantik. Ferdinand II., Ehemann von Königin Maria II., machte ein altes Kloster zum Palast. Von den Terrassen sehen Sie bis zum Atlantik und nach Lissabon, und ein steinerner Triton scheint ein Fenster zu tragen. Mit der Lisboa Card zahlen Sie 10 % weniger.

Vor dem Besuch

  • Besuchsdauer2–4 h
  • RuhetagKeiner
  • EintrittMit Zeitfenster
  • Beste ZeitZur Öffnung

Terrassen, Räume und Park des Palácio da Pena

Der Rundgang durch den Palast führt immer wieder ins Freie, über Terrassen und unter Bögen aus behauenem Stein hindurch; dazwischen liegen die Räume. Danach folgt der Park, dessen Wege durch den Wald zu Seen, einem Chalet und dem höchsten Punkt der Hügel führen.

Der Triton

Ein bärtiger steinerner Triton sitzt in einer riesigen Muschel über gemeißelten Korallen und trägt ein Fenster, zwischen Wänden aus blauen und weißen Fliesen im Palácio da Pena
Der Triton, Palácio da Pena Foto: Ingo Mehling, CC BY-SA 4.0

Über dem Eingang zum Neuen Palast sitzt der Triton, ein Meeresungeheuer, halb Mann, halb Fisch. Er hockt auf einer Muschel über einem mit Korallen überzogenen Bogen und scheint das Fenster über seinem Kopf zu tragen.

Weiter oben geht das Meer in Land über: Aus seinem Kopf wächst ein Baum, und Ranken ziehen sich über das Fenster. Laut Parques de Sintra, die den Palast betreiben, erinnert der Triton an eine Figur aus dem sechsten Gesang der „Lusiaden“, des Epos von Camões, dem Nationaldichter Portugals.

Der Triton ist aus Kalkstein gehauen. Ferdinand soll ihn selbst entworfen haben; die tragende Haltung hat er sich vom manuelinischen Fenster des Christusklosters (Convento de Cristo) in Tomar abgeschaut. In Sintra gibt es sogar eine Legende von einem Triton, der im Fojo lebte, einem Brunnen in den Felsen am Strand von Adraga.

Die Königinnenterrasse und die Aussicht

Besucher auf einer breiten Terrasse des Palácio da Pena, mit gelben Mauern und einem roten Zinnenturm auf der einen Seite und bewaldeten Hügeln und der Ebene tief unten
Die Terrassen des Palácio da Pena Foto: Michael Gaylard from Horsham, UK, CC BY 4.0

Auf den Terrassen öffnet sich die Aussicht. Von der Königinnenterrasse sehen Sie den Ozean und im Osten Lissabon. Im Süden liegt die Cruz Alta, und jenseits des Parks steht die Statue eines mittelalterlichen Ritters auf einem Felsgrat.

Im Sommer wird über dem originalen Eisengestell der Terrasse ein Sonnensegel gespannt. Am anderen Ende der Terrasse liegt das Arabische Kabinett, ein kleiner Raum, in dem ein Teleskop aufbewahrt wurde; der Rundgang führt außerdem über den Wehrgang.

Hirschsaal, Großer Saal und Küche

Der Große Saal des Palácio da Pena, mit einem vergoldeten Kronleuchter voller Kerzen, roten Ledersesseln und Glasvitrinen an weiß verputzten Wänden
Der Große Saal Foto: Dale Cruse - 10M views from San Francisco, CA, USA, CC BY 4.0

Im Inneren folgen Sie einer festen Route durch den Neuen Palast, den Flügel, den Ferdinand anbauen ließ. Im Hirschsaal, in dem Bankette stattfanden, tragen Hirschköpfe aus Gips echte Geweihe, eine Anleihe bei den Schlössern der deutschen Romantik.

Weiter hinten folgt der Große Saal, der größte Raum des Palasts. Der Saal war das Billardzimmer, bis der Tisch 1940 verschwand. Der Kronleuchter trägt 72 Kerzen und hängt über Ferdinands japanischem und chinesischem Porzellan.

Die Räume füllen sich, und Besucher beschreiben, wie man sich langsam von Raum zu Raum schiebt. Die Kamera bleibt drinnen in der Tasche: Fotografieren ist nur draußen auf den Terrassen erlaubt.

Die gewölbte Küche des Palácio da Pena, mit Reihen von Kupferpfannen an den Wänden und einem langen Holztisch mit Kupfertöpfen
Die Palastküche Foto: Hugo Ferreira, CC BY-SA 4.0

In der Küche, gegen Ende des Rundgangs, hängen noch immer Kupferpfannen in Reihen an den Wänden.

Was vom Kloster blieb: Kapelle und Kreuzgang

Ein gewölbter Gang im kleinen Kreuzgang des alten Klosters im Palácio da Pena, mit gemeißelten Steinsäulen und rotem Backsteinboden
Der Kreuzgang des alten Klosters Foto: Palickap, CC BY-SA 4.0

Ferdinand ließ den Kern des alten Klosters stehen. Dessen Kirche ist heute die Palastkapelle. Ihr Altarretabel schuf der französische Bildhauer Nicolau Chanterene zwischen 1529 und 1532 für König Johann III. aus Alabaster und Kalkstein aus Sintra. Die Glasfenster sind jünger: Sie stammen von 1840 aus der Werkstatt Kellner in Nürnberg.

Der Kreuzgang gehört zum Komplettbesuch, dem Ticket, das die Privatgemächer einschließt. Zu den Privatgemächern zählen das Arbeitszimmer der Königin, der Ankleideraum von Königin Amélia, der letzten Königin Portugals, und die Gemächer von König Karl I. Sie gehen in Gruppen von höchstens 20 Personen mit einem Mitarbeiter durch.

Der Park, die Cruz Alta und das Chalet der Gräfin von Edla

Das ockerfarbene Chalet im alpinen Stil im Park der Pena, mit korkverkleideten Balkonen und Kletterpflanzen an den Wänden
Das Chalet der Gräfin von Edla Foto: GualdimG, CC BY-SA 4.0

Unterhalb des Palasts breitet sich der Park über den Hügel aus. Unterwegs liegen ein Säulentempel, die Mönchsgrotte, ein Seental und ein Garten mit asiatischen Kamelien, die in den 1840er Jahren gepflanzt wurden. Besucher finden den Park ruhiger als den Palast.

Für den weitesten Blick gehen Sie hinauf zur Cruz Alta, mit 528 Metern der höchste Punkt der Hügel von Sintra. Im Süden liegen Lissabon und Cascais, im Westen der Atlantik. Das heutige Kreuz ist eine Kopie von 2008 aus einem einzigen Kalksteinblock; der Blitz hatte 1997 das alte zu Fall gebracht.

Am westlichen Ende des Parks steht das Chalet, das Ferdinand gemeinsam mit Elise Hensler baute, einer Opernsängerin, die seine zweite Frau und Gräfin von Edla wurde. Das Chalet schließt um 17.30 Uhr und damit früher als der Park; heben Sie es sich also nicht für das Ende des Tages auf.

Tickets, Zeitfenster und Lisboa Card für den Palácio da Pena

Ohne Ticket kommen Sie in keinen Teil der Pena. Das Essential-Ticket umfasst die Palasträume, die Terrassen, den Park und das Chalet. Ein Parkticket, 12 €, schließt die Räume aus, und der Komplettbesuch, 45 €, bietet zusätzlich die Privatgemächer. Eine 90-minütige Führung durch den Palast kostet 75 €.

Die Lisboa Card, 31 €, schließt Ihre Zugfahrt ab Rossio ein, und mit ihr zahlen Sie für die Pena 10 % weniger. Die Ermäßigung gibt es nur an der Kasse des Palasts selbst, am Tag des Besuchs.

An der Kasse bekommen Sie nur die Zeitfenster, die an dem Tag noch frei sind. Buchen Sie das Essential-Ticket vorab für 22,40 €, steht Ihre Zeit schon vor der Reise fest, und die Lisboa Card schließt die Zugfahrt weiterhin ein.

Park
9–19 Uhr, letzter Einlass 18 Uhr
Palast
9.30–18.30 Uhr; letztes Ticket 17.30 Uhr, letzter Einlass 18 Uhr
Chalet der Gräfin von Edla
9–17.30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr
Shuttlebus zum Palast
Alle 15 Minuten, bergauf 9–18.15 Uhr, bergab 9.15–18.30 Uhr
Geschlossen
24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar, außerdem bei starkem Wind oder Brandgefahr
Kinder
Unter 6 Jahren kostenlos

Die Zeit auf dem Ticket gilt für den Eingang des Palasts, nicht für das Parktor, und der Aufstieg dazwischen dauert etwa 30 Minuten. Kommen Sie zu spät, werden Sie nicht eingelassen, und der Preis wird nicht erstattet. Kommen Sie zu früh, dürfen Sie ebenfalls noch nicht hinein; verbringen Sie die übrigen Minuten im Park.

Der Shuttlebus erspart den Aufstieg. Er fährt alle 15 Minuten am Parkeingang ab und gehört nicht zum Essential-Ticket, lässt sich aber dazubuchen, wenn Sie das Ticket mit Transfer-Option kaufen.

Auch mit Zeitfenster kann am Palasteingang eine Schlange stehen: Ein Besucher wartete an einem Sonntag im September über eine halbe Stunde.

Laut Parques de Sintra kommen nachmittags derzeit weniger Besucher in den Palast, doch nach Erfahrung von Besuchern gehören die Zeitfenster am mittleren Nachmittag zu den ersten, die ausverkauft sind. Ein Besucher, der gleich um 9.30 Uhr zur Öffnung kam, fand die Terrassen leer vor.

Taschen können Sie in den Schließfächern am Haupteingang lassen. Im Park der Pena sind Hunde nicht erlaubt, im benachbarten Maurenkastell dagegen schon.

Geschichte des Palácio da Pena: vom Kloster zum Königspalast

Auf dem Hügel stand seit dem 12. Jahrhundert eine Kapelle. 1503 ließ König Manuel I. hier ein Kloster errichten, Unsere Liebe Frau von Pena, das an die Mönche des Hieronymitenordens ging, desselben Ordens wie das Hieronymitenkloster in Lissabon.

Das Erdbeben von 1755 beschädigte das Gebäude, ohne es einstürzen zu lassen. 1834, als Portugal seine Klöster auflöste, wurde es geräumt, und vier Jahre später kaufte Ferdinand es.

Er war ein Prinz aus dem deutschen Haus Sachsen-Coburg und Gotha, und in Portugal erinnert man sich an ihn als Künstlerkönig. Baron von Eschwege, ein Mineraloge und Bergbauingenieur, leitete die Arbeiten für ihn, und um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand der neue Palast.

Hier verbrachte die Königsfamilie auch ihre letzten Sommer. Ferdinands Enkel König Karl I. und Königin Amélia hielten sich ab den 1890er Jahren jeden Sommer einige Zeit hier auf, und Amélia war am 5. Oktober 1910, dem Tag, an dem Portugal zur Republik wurde, im Palast. Von dort ging sie nach Mafra und fuhr dann von Ericeira nach Gibraltar ins Exil.

Meilensteine

1910
Nationaldenkmal
1995
UNESCO-Welterbe, zusammen mit der Kulturlandschaft von Sintra
2013
Europa-Nostra-Preis für das restaurierte Chalet der Gräfin von Edla

Zum Palácio da Pena ab Lissabon: Zug, Bus 434 und Wanderwege

Züge ab Rossio brauchen 40 Minuten bis Sintra, und die Lisboa Card schließt sie ein. Privatautos dürfen nicht bis zum Palast hinauf; vom Bahnhof nehmen Sie daher den Bus 434, für den ein gesonderter Fahrpreis gilt, oder laufen auf einem der markierten Wanderwege hinauf.

Am schnellsten geht es über den Weg Villa Sassetti: 1,85 Kilometer, etwa 45 Minuten bergauf. Der Weg Santa Maria ist 1,77 Kilometer lang und braucht etwa eine Stunde, der Weg Seteais 2,41 Kilometer und etwa anderthalb Stunden.

Der 434 hält auf dem Weg nach oben auch am Maurenkastell und fährt durch die Altstadt wieder hinunter. Für den 434 und den 435 gilt ein gemeinsames 24-Stunden-Ticket:

Zuletzt aktualisiert: